Shift und Zauberei

22. Oktober 2009 von Supra

Alles nur Scharlatanerie an Shift 2009? Nein doch, sehet selbst, was Julien Maire mit „Digit“ anstellt.

Shift: Der Endspurt vor dem Startschuss

21. Oktober 2009 von Supra

hexensackImpressionen vom Aufbau.

Flickr

21. Oktober 2009 von Supra

This is a test post from flickr, a fancy photo sharing thing.

Shift: Essen und Trinken

21. Oktober 2009 von Supra

Es gibt Fleischvögel und Kalbsschnitzel, es gibt Forelle, Lasagne, Minestrone oder auch nur Sandwiches. Alles aufs Frischeste zubereitet. Also nicht nur die elektronischen Künste lohnen einen Besuch bei Shift.

Shift: Magische Momente mit Eva C.

20. Oktober 2009 von Supra

Zoe Beloff hat sich in mehreren Arbeiten mit dem Spiritismus um 1900 auseinandergesetzt. In „The ideoplastic materializations of Eva C.“ sind lebensgrosse Figuren zu sehen, die als Stereoprojektionen den dreidimensionalen Raum bevölkern.

Diese technisch erzeugten Phantome vollziehen die Wiederaufführung von zehn Séancen, die das berühmte Medium Eva C. in Paris und in Algerien zwischen 1904 und 1912 – vermutlich ebenfalls mithilfe medientechnologischer Tricks – durchgeführt hat. Die Arbeit spielt mit Strategien des Beeindruckens (ähnlich denen einer Séance), offenbart aber gleichzeitig ihr medientechnologisches Dispositiv.

Oben zu sehen ist ein Ausschnitt in 2D.

Shift: Eröffnungskonzert mit Dorit Chrysler

20. Oktober 2009 von Supra

Mit magisch-sphärischen Klängen eröffnet Dorit Chrysler die Ausgabe 2009 von Shift. Am Donnerstag, 22. Oktober 2009, 21 Uhr in der Dreispitzhalle.

Die in New York lebende Grazerin Dorit Chrysler ist eine der wenigen Musikerinnen weltweit, die sich auf das Theremin-Spiel verstehen. Das faszinierende, ungewöhnliche Instrument – eine Erfindung des legendären russischen Physikprofessors und Radiopioniers Lev Sergeiewitch Termen aus den 1920er Jahren – ist die Mutter der elektronischen Klangerzeuger und das einzige Musikinstrument überhaupt, das berührungsfrei gespielt wird.

Wie von Geisterhand entlockt Chrysler dem Theremin betörende Klänge allein durch die Bewegung der Hände in einem elektromagnetischen Feld. Die Komponistin, Multiinstrumentalistin und Sängerin, die in ihrer bemerkenswerten Karriere auch schon mit Dinosaur Jr., Mercury Rev oder Echo and the Bunnymen auf der Bühne gestanden hat, fand in der mysteriösen „Ätherwellengeige“ ein ideales Ausdrucksmittel. In ihrem neuen Set erkundet Chrysler das Unerklärbare, das zwischen Klang, Bewegung und Stimmung liegt und auf seltsame Weise berührt – den „Houdini Effekt“.

Shift – Der Countdown läuft

19. Oktober 2009 von Supra


Die Fahrt von der Stadt aufs Festivalareal im Dreispitz ist wacklig, aber erfrischend

In wenigen Tagen ist es soweit: vom 22. bis 25. Oktober 2009 sorgt Shift auf dem Dreispitzareal und neu auch im Schaulager für magische Momente. Während vier Tagen geht das Festival der elektronischen Künste „Übersinnlichkeitsvermutungen“ nach und lädt zu „Technologiebeschwörungen“ mit Musik und Performances, mit Kunstinstallationen und Film/Video-Screenings, sowie mit einer Konferenz und in Workshops.

Der Eintritt zur Festivaleröffnung am Donnerstag, 22. Oktober 2009, 18.30 Uhr, ist gratis. Tickets für Freitag, Samstag und Sonntag gibt es günstiger als an der Abendkasse im Vorverkauf bei www.starticket.ch und www.fnacspectacles.com

Alle Details zu den verschiedenen Programmen, zur Ausstellung sowie zu den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern sind zu finden auf www.shiftfestival.ch

Shift wird wiederum von zahlreichen Institutionen und Einzelpersonen grosszügig unterstützt. Allen voran von der Christoph Merian Stiftung, den Lotteriefonds Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie vom Bundesamt für Kultur, von der Ernst Göhner Stiftung und der GGG. Wertvolle Unterstützung finanzielle Art oder durch Sachleistungen erhält Shift zudem vom Migros-Kulturprozent, von Tweaklab, Konnex und Auviso, Hapag-Lloyd, Keigel Basel, LISTE – the young art fair, Sanyo, Gremper und von den Medienpartnern Radio X, eAd Affichage, kult.kino und De:Bug.


bazille des Tages: Die liebe Kriminalstatistik

27. März 2009 von Supra

Der Artikel erschien gestern in der besten aller Basler Tageszeitungen, ist aber so wundervoll verschwurbelt, dass wir hier heute nachträglich noch darauf eingehen (auf infamy gibt’s leider ein bazillen-Verbot!). Zur Sache denn:  Martina R., eine unsrer Lieblingsautorinnen, lässt sich in ihrer unnachahmlichen Art über die Kriminalstatistik des Kantons Basel-Stadt aus:

„Weniger Anzeigen gab es dafür bei fast allen Gewaltdelikten.“

Bleiben wir erst einmal fair. Sie schreibt ja „bei fast allen“. Aber lasset uns weiterlesen:

„Die Statistik zu den Tötungsdelikten muss man zwei Mal anschauen, um zu glauben, was da steht“

Schauet an die Statistik, denn da stehet:

„Die Zahl der Delikte stieg im vergangenen Jahr um 200 Prozent. Einen solch hohen Anstieg gibt es sonst in keinem Bereich.“

Wir wissen natürlich bereits ohne hinzuschauen, was gemeint ist. Das mit den Prozentzahlen ist halt so eine Sache, wenn es um absolute Zahlen im einstelligen Bereich geht. Und dass wir uns bei den Tötungsdelikten in Basel-Stadt in diesem Bereich bewegen, ist eigentlich doch nicht soooooo überraschend. Oder? Für Martina M. schon, denn sie muss gleich dreimal hinschauen:

„Beim dritten Hinschauen merkt man aber: Die Zahlen sind relativ tief. Es gab im Jahr 2008 mit insgesamt drei Tötungsdelikten zwei Fälle mehr als 2007.“

Relativ tief? Drei statt eins? Nun ja, jede Zahl ist letztlich für sich gesehen relativ.

Kommen wir zu den Drogen. Auch dieses Gebiet ist, statistisch gesehen, immer wieder für Überraschungen gut:

„Heroin hingegen stagniere, nehme sogar leicht ab.“

Ich denke doch, dass der Heroinkonsum gemeint ist. Aber lassen wir diese Spitzfindigkeiten. Kommen wir zur schlechten Nachricht:

„Das war aber auch schon die einzige positive Nachricht, denn bei der nächsten Droge, dem Cannabis, sagte Homberger: «Cannabis ist nach wie vor sehr beliebt.»“

O Tempora o mores! Früher galt Cannabis noch als Einstoegsdroge, heute ist es die nächste Droge.

Bazille des Tages: Über Nutzungen

12. März 2009 von Supra

bazle

Knallharte Recherchen sind seine Berufung und Aufgabe: NEIN, nicht Peter K. der Erfinder des Recherchejournaliusmus, ist gemeint, sondern Christian M., Oberrechercheur der besten aller Basler Tagezeitungen. Heute lesen wir von ihm Folgendes:

„Nachdem die Scope vor zwei Jahren in der E-Halle stattfand, meldete die Art im vergangenen Jahr Eigenbedarf an, der jedoch gar nicht genutzt wurde.“

Auch ein Oberrechercheur kann sich mal irren. Letztes Jahr fand in eben dieser Halle die Art Party statt. Eine sauglatte Angelegenheit, an der u.a. etwa die Hälfte der Redaktionskolleginnenschaft von Christian M. anzutreffen war.

bazonlinille des Tages: Die Zentralredaktion

7. März 2009 von Supra

Der erfahrene Publizist Karl Lüönd wird immer wieder als Gesprächspartner hervorgekramt, wenn es darum geht, die Befindlichkeit der Schweizer Medienlandschaft zu bewerten. Auf baz.ch können wir nun nachlesen, was der selbsternannte Vielleser so täglich liest:

Mein Tag beginnt mit der Papierausgabe von «Tagesanzeiger», NZZ und dem «Landboten» aus Winterthur, wo ich wohne. Wenn ich unterwegs bin, lese ich Medien online. Über die Weltpolitik datiere ich mich im «Spiegel» auf.

Aha. Die beste aller Basler Tageszeitungen ist nicht dabei, ebensowenig wie die „Berner Zeitung“, die das Interview auf das Online-Verbundportal gestellt hat. Das mag etwas seltsam erscheinen, gibt aber vielleicht einen Vorgeschmack darauf, was die Zukunft bringen könnte. Interessant ist vor allem die Frage der bz-Journalisten:

Würde es dem regionalen Geist zuwiderlaufen, wenn Zeitungen in Bern oder Basel denselben Stoff aus einer Zentralredaktion in Zürich erhielten?

Wir erfahren es nicht. Noch nicht, denn diese Frage hätte man besser an die Adresse der betroffenen Herausgeber gestellt:

Es ist wahr, dass es in unserem kleinräumig organisierten Land eine Nachfrage nach regionaler Information und regionaler Perspektive gibt. Das Publikum fasst seine angestammte Zeitung immer noch als Bestandteil eines Lebensorts auf. Ob das allerdings bedeuten kann, dass in jeder Stadt eigene Leute über das Geschehen im Bundeshaus berichten, ist eine Frage der wirtschaftlichen Entwicklung. Längst machen nicht mehr alle alles.

Alles nur eine Frage der Zeit? In der gedruckten Ausgabe der besten aller Basler Tageszeitungen gibt Verleger Mathias Hagemann Melancholisches von sich:

„Allmählich kommt man sich als relativ unabhängiger Regionalverlag einsam vor. Ein bisschen klein …“

Aber gleichzeitig sei er stolz, noch immer unabhängig zu sein. Klingt irgendwie an Asterix. Nur dass Hagemann keinen Zaubertrank im Bauchbeutel hat.